1945 – 1959

1945 Oktober: Infolge der Kriegsereignisse treffen die ersten Heimatvertriebenen und Flüchtlinge in Denkendorf ein. Es sind Deutsche mit überwiegend katholischer Konfession aus Oberschlesien, dem Sudetenland, Ungarn und Rumänien. Denkendorf hat zu dieser Zeit 3.200 Einwohner, davon 20 Katholiken. Die katholischen Bürger Denkendorfs werden von der Muttergemeinde Neuhausen betreut, wohin sie auch zu Fuß zur Kirche und die Kinder zum Religionsunterricht gingen.
1946 Durch weiteren Zuzug wächst die Anzahl der katholischen Bevölkerung in Denkendorf auf 808 Personen an. Erste katholischen Gottesdienste mit dem Pfarrer von Neuhausen finden im Saal der Hahn’schen Gemeinschaft statt.

Als Teil der Pfarrei Neuhausen wird die „Katholische Seelsorgestelle Denkendorf“ mit den Gemeinden Denkendorf und Scharnhausen eingerichtet. Erster Seelsorger ist Pfarrer Richard Dolezych (vormals Pfarrer in Breslau, Schlesien). Pfarrer Dolezych sammelt die Vertriebenen zu einer Gemeinde.

Die evangelische Landeskirche überträgt ihr Nutzungsrecht an der Friedhofskirche (im Eigentum der bürgerlichen Gemeinde) an die Katholiken in Denkendorf. Der erste Kirchenchor, besteht nur aus Neubürgern, wird gegründet. Leiter Herr Ambros. Das Probenlokal ist die Gaststätte Waldhorn.

1947 Es findet die erste Fronleichnamsprozession mit vier Altären in der Friedhofskirche statt.

Zur Erstkommunion gehen 16 Mädchen und Jungen.

1948 Auf dem Friedhof findet die Fronleichnamsprozession mit vier Stationsaltären statt. Beteiligt ist der Kirchenchor mit Gesängen sowie eine auswärtige Blaskapelle.

Neuer Leiter des Kirchenchores ist Herr Vogel.

Eine Gruppe Katholischer Pfadfinder St. Georg wird in Denkendorf gegründet.

1949 Eine große Fronleichnamsprozession mit Musikkapelle und Kirchenchor findet im unteren Teil von Denkendorf statt. Fortan gibt es jedes Jahr Fronleichnamsprozessionen.
1950 Kurat Leopold Kraus übernimmt die Seelsorgestelle Denkendorf. Richard Dolezych wird Pfarrer in Sinningen.

Neue Leiterin des Kirchenchores wird Frau E. Haring. Proben finden in einem Klassenzimmer der Schule (Karlstrasse) bzw. des alten Rathauses statt.

1951 Pater Sieber, Pfarrer in Hohenheim, gründet die Katholische Filderjugend. Auch die Jugend von Denkendorf ist mit Begeisterung dabei. Ferien-Zeltlager im Siebenmühlental.
1957 Erste Planungsvorgänge für die Errichtung einer eigenen Kirche. Kurat Kraus setzt sich für die Rechte der Vertriebenen ein. Die Gemeinde zählt jetzt ca. 1400 Katholiken.

Im Oberdorf wird mit maßgeblicher Hilfe des neugewählten Bürgermeisters Walter Dietrich ein Bauplatz erworben. Es beginnt die Sammelaktion des Helferkreises für den Kirchenneubau.

1958 Januar: Kurat Peter Mettenleiter übernimmt die Seelsorgestelle Denkendorf. Gründung eines Kirchenbau-Ausschusses. Mitglieder sind: Georg Fischer, Georg Post, Wolfgang Scham, Otmar Schmid, Johann Seidel, Roland Seidel, Viktor Tonn, Martin Wächs, Xaver Weber, Alfons Wolpert, Heinz Ziebarth. Kurat Mettenleiter ist unterwegs bei zahlreichen Bettelpredigten. Man bemüht sich um Spenden.

Juli: „Geistliche Abendmusik“ in der Friedhofskirche mit einem Kammerorchester, dem Kirchenchor von Stuttgart-Untertürkheim und Solisten. (P. Mettenleiter war dort vorher Vikar.) Der Erlös ist für den Kirchenneubau. Die Planungsarbeiten für den Kirchenneubau werden an Architekt Hans Werner Merkle in Stuttgart-Möhringen vergeben.

1959 Roland Weber übernimmt die Leitung des Kirchenchores.

Am 15. März werden die Bauarbeiten für die neue Kirche an die Firma Wolff & Müller in Denkendorf übertragen.

Juni: Großer Basar der katholischen Kirchengemeinde in der Löcherhalden-Turnhalle.

1. Oktober: Wahl eines Verwaltungsausschusses (10 Mitglieder).

November: Herbstfest und Basar in der Löcherhalden-Turnhalle. Kleine Abendmusik mit dem Jugendchor Balingen und einem Denkendorfer Instrumentalkreis. (P. Mettenleiter war in Balingen Vikar.)

15. November: Besinnliche Stunde der Kirchengemeinde auf dem Baugelände und erster Spatenstich für den Kirchen-Neubau. (Kurat Mettenleiter, Bürgermeister Dietrich, Mesner Post und 2 Ministranten). Der Aushub für die Fundamente der Kirche wird von den Gemeindemitgliedern von Hand mit dem Spaten getätigt. Zahlreiche Helfer erbringen bis zur Fertigstellung der Kirche viel Eigenleistung.

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